Theateraufführung des Schauspiels in 8 Bildern

Die Pfaffenhochzeit zu Lindau

von Helga Sauermann
Regie: Wolfgang B. Sutter

    

Online Ticket  buchen

Der Online Vorverkauf beginnt ab dem 10.09.2017 für die Theateraufführung "Die Pfaffenhochzeit zu Lindau". Sie werden dabei auf die Internetseite des Reservix weitergeleitet. Sie können Ihre Tickets dann wahlweise selbst ausdrucken oder  via Briefpost zuschicken lassen.

Samstag 25.11.2017 - 19:30 Uhr 
Sonntag 26.11.2017 - 19:30 Uhr

Eintrittspreise:Podium84ticket

Kategorie Sitzreihe

Eintritt

Schüler Ermäßgt 
1 1 - 6 26,50 € 12,50 € 14,00 €
2 7 - 11 22,50 € 10,50 € 12,00 €
3 12 - 16 16,50 € 7,00 € 8,50 €
4 17 - 23 10,50 € 4,50 € 6,00 €

 Die Abendkasse ist ab 18:30 Uhr geöffnet.


Tickets können Sie demnächst auch an folgenden Ort erwerben:

Kartenvorverkauf:
Stadttheater Lindau
An der Kalkhütte 2a

Tel   08382-9113915
Fax   08382-9113919
theaterkasse @ kultur-lindau.de

Mo – Sa: 10.00-13.30 Uhr
Mo – Do: 15.00-17.15 Uhr

Zudem auch:

- Lindaupark (Infotheke) - Tel.: 08382 - 277560

- Tourismus-Information (gegenüber Hauptbahnhof) - Tel.: 08382 - 260030


 

 

Zum Stück

Aus Anlass des Reformationsjubiläums im Jahre 2017bringt die Lindauer Theatergruppe PODIUM84 erneut ein interessantes Stück Stadt- und Regionalgeschichte auf die Bühne. Unter der Regie von Wolfgang B. Sutter wird das Theaterstück  „Die Pfaffenhochzeit zu Lindau“ von Helga Sauermann neu inszeniert. Es wird diesmal an einem geschichtsträchtigen Ort aufgeführt, nämlich im Lindauer Stadttheater. Dieses Haus war die ehemalige Klosterkirche der Franziskaner- bezw. Barfüßermönche und hier hat 1523 die Reformation in Lindau ihren Anfang genommen.

Das Stück schildert das Leben in der Reichsstadt Lindau. Es beginnt im Jahr 1523 mit einer Revolte der Lindauer Bürger  gegen den damaligen Stadtpfarrer Johannes  Faber, einen weit über Lindau hinaus bekannten katholischen Theologen. Faber flieht nach Konstanz zu seinem Bischof. In einem Akt kühner Eigenmächtigkeit enthebt der Lindauer Rat Johannes Faber kurzerhand seines Amtes. An seine Stelle wird Siegmund Rötlin, ein bereits reformatorisch gesinnter Geistlicher als neuer Pfarrer von Lindau eingesetzt. Kurz darauf erkrankt Rötlin schwer. Im Haus seiner Schwester, der Schneidermeisterin Margarethe Mittlerin, findet er Aufnahme und wird von ihr gepflegt. Dort besucht ihn sein Stellvertreter der aus Bludenz stammende Thomas Gassner. Bei diesem Besuch lernt Gassner Katharina von Ramschwag kennen, eine Dame aus dem katholischen Adelsstift. Die Liebesgeschichte, die sich zwischen den beiden anbahnt ist sehr problematisch. Nach Rötlins Tod wird Thomas Gassner vom Rat der Stadt als neuer Pfarrer eingesetzt. Dem eifrigen Gassner gelingt es schon bald alle reformatorischen Änderungen in Lindau  durchzusetzen. Sehr viel schwieriger sind die Hürden, die sich seiner Heirat mit Katharina von Ramschwag in den Weg stellen, denn  nicht nur der katholische Klerus, sondern auch der Adel  im Bodenseeraum widersetzt sich dieser Verbindung. Erst 1530, im Jahr des Reichstags zu Augsburg, können die beiden Liebesleute endlich heiraten. Im gleichen Jahr wütet in der Stephanskirche ein Bildersturm, der einen ersten Schatten auf die junge Ehe wirft.   

In einer Nebenhandlung werden in lebhaft geführten Gesprächen zwischen einer jungen Theologiestudentin und einem alten Historiker die konfessionellen und politischen Hintergründe der Reformation erörtert. Auf unterhaltsame Weise erfährt das Publikum, wie kontrovers die Reformation aus der Sicht einer Theologin und eines Historikers beurteilt wird. Dass dabei auch die Unterschiede zwischen weiblicher und männlicher Lebenssicht zu Tage treten, geben diesen Dialogen eine besondere Note.

Zur Geschichte

Dr. Johannes Faber

Bereits im Jahre 1518 waren in der Reichsstadt Lindau Flugblätter mit refor-matorischem Inhalt im Umlauf. Der eigentliche Verkünder der neuen Lehre war jedoch Michel Hug (oder Hugo), ein Mönch aus dem Konvent der Franziskaner. Da die Franziskaner barfuß in Sandalen gingen wurden sie auch Barfüßermönche genannt.  Beeinflusst von den Schriften Luthers und Zwinglis begann der Mönch Michel Hugo schon im Jahre 1522 vehement gegen den Ablasshandel und die Missstände in der katholischen Kirche zu predigen.

Der amtierende Pfarrer von Lindau war damals Dr. Johannes Faber (oder Fabri), ein renommierter katholischer Theologe, der ständig als Berater in Konstanz beim Bischof weilte und dabei seine Lindauer Pfarrei sträflich vernachlässigte. Dieser Zustand war dem  Rat und der Bürgerschaft schon lange ein Dorn im Auge. Am Fronleichnamstag 1523 kam es zum Eklat. Wieder einmal hatte der Mönch Hugo in der Barfüßerkirche, dem heutigen Lindauer Stadttheater, eine Predigt gehalten und dabei Johannes Faber in offener Polemik attackiert, worauf Faber noch am gleichen Tag zu seinem Bischof nach Konstanz floh.  

Daraufhin unternimmt der  Rat der Stadt einen Schritt von größter Tragweite: Der  pflichtvergessene Faber wird kurzerhand seines Amtes enthoben und an seine Stelle wird der bisherige Vikar Siegmund Rötlin,  ein von der Lehre Zwinglis beeinflusster Geistlicher, als neuer Stadtpfarrer eingesetzt. Als Rötlin ein Jahr später während der großen Pestepidemie stirbt, übernimmt sein Vikar, der aus Bludenz stammende Thomas Gassner, das Pfarramt. Gassner gelingt es schon bald alle theologischen Veränderungen einzuführen. Er gilt heute als der eigentliche Reformator der Reichsstadt Lindau

Im Jahr 1530 wird auf dem Reichstag zu Augsburg die  von Philipp Melanchton verfasste „Augsburger Konfession“ dem Kaiser vorgelegt, die allerdings von den Städten der „Tetrapolitana“, nämlich Strassburg, Konstanz, Lindau und Memmingen nicht  unterzeichnet worden ist.

Im selben Jahr wird die Lindauer Stephanskirche von einem „Bildersturm“ heimgesucht bei dem Gemälde, Statuen und Altäre aus dem Gotteshaus entfernt und zum Teil vernichtet werden.

In diesem turbulenten Jahr 1530 heiratet Thomas Gassner Katharina von Ramschwag, eine Dame aus dem adeligen Lindauer Damenstift, die bereits zur Nachfolgerin der amtierenden Fürstäbtissin nominiert worden war. Diese Heirat zwischen dem bürgerlichen, protestantischen Pfarrer und der katholischen Adelsdame löst nicht nur in den Kreisen des katholischen Klerus große Empörung aus, auch der Adel aus der Bodenseeregion lehnt sich gegen diese Verbindung auf.
Allen Unkenrufen zum Trotz führen Thomas Gassner und Katharina von Ramschwag eine gute Ehe, obwohl ihnen eigene Kinder versagt bleiben. Sie müssen bei der Bevölkerung sehr beliebt gewesen sein, denn in den Kirchenbüchern werden sie häufig als Göte oder Göta (Taufpaten) genannt.

 

Der Historische Verein Lindau hat ein Neujahrsblatt zur Reformation in Lindau herausgegeben, das  im Stadtarchiv Lindau und beim Historischer Verein Lindau e.V.  zum Preis von 12,00 Euro (bzw. 6,00 Euro für Mitglieder) erhältlich ist.

Bildnachweis: Dr. Jahannes Faber - Wikimedia

 

 

 Ihr Weg zum Stadttheater Lindau

Wegbeschreibung zum Stadttheater auf der Insel Lindau, Fischergasse 37.

Wenn Sie mit der Eisenbahn anreisen, beim Verlassen des Bahnhofgebäude können Sie zu Fuß geradeaus der Ludwigstraße ca. 500m bis zum Stadttheater folgen. Alternativ kann man auch vom Omnibus Bahnhof mit dem Stadtbus zum Stadttheater fahren.


Wenn Sie mit dem Auto anreisen, so lassen Sie dieses am besten auf P3 direkt vor der Seebrücke Kreisverkehr (Karl-Brever-Platz) stehen. Von dort können Sie wahlweise mit dem Stadtbus zum Theater weiterfahren oder zu Fuß von P3 kommend nach der Seebrücke geradeaus in die Altstadt links der Fischergasse folgend das Stadttheater Lindau erreichen. Wegstrecke: ca. 680m


Hinweis zum Stadtbus und Theaterbus Shuttle

Mit jedem gekauften Theater-Ticket sind Sie eine Stunde vor und nach der Veranstaltung berechtigt kostenlos im gesamten Liniennetz des Stadtbusses zu verkehren. Die Berechtigung ist mit dem Aufdruck auf ihrem Theaterticket bestätigt. Das Stadttheater Lindau bietet in Zusammenarbeit mit den Stadtwerken zusätzlich als besonderen Service einen Theaterbus-Shuttle für alle großen Abend-Veranstaltungen an. Dieser verkehrt eine Stunde vor und nach einer Veranstaltung im 15 Minuten-Takt vom Karl-Bever-Platz zum Stadttheater und später wieder zurück. 

Mehr über das Stadttheater Lindau können Sie auf der Internetseite des Stadttheater Lindau erfahren. www.kultur-lindau.de/theater/